Die auf Tinnitus spezialisierte Praxis bietet psychologische Beratung und Tinnitus-Retrainings bei akutem, subakutem und chronischem Tinnitus. Wir arbeiten nach dem klassischen Konzept der Tinnitus-Retraining-Therapie nach den Richtlinien der ADANO. Gleichzeitig bringen wir unsere langjährigen Erfahrungen und neue Wirkelemente in das wissenschaftlich anerkannte Verfahren ein. Die ambulante Form ermöglicht in den gewohnten Bezügen zu verbleiben.

Die Psychologische Beratung  (Counseling) 

Die psychologische Beratung nimmt die Angst und bringt Linderung. Der Patient lernt das Tinnitus-Symptom verstehen und er erfährt, wie er durch sein Verhalten die Ohrgeräusche aktiv bewältigen kann. Im Idealfall ergänzt das Counseling die Akuttherapie des HNO-Arztes. Wir erleben immer wieder, dass der Tinnitus auch nach sechs Monaten - wenn er eigentlich schon als chronisch gilt - wieder verklingen kann.  

Das Tinnitus-Retraining-Programm (TRP)

Bei subakutem und chronischem Tinnitus bieten wir spezielle Tinnitus-Retrainings an. Diese können in individuellen Einzelsitzungen oder im Gruppensetting wahrgenommen werden. Wir strukturieren unsere Tinnitus-Retrainings in drei Phasen, die unter Berücksichtung der individuellen Bedürfnisse fokussiert und umgesetzt werden. Wir berücksichtigen im TRP auch Probleme, die durch Hörminderung, Hyperakusis oder Schwindel entstehen können.

Wesentliches Ziel des Tinnitus-Retraining ist es, das natürliche Filtersystem der zentralen Hörverarbeitung wieder zu aktivieren, so dass der Tinnitus nur noch gelegentlich und gelassen als belangloser Sinneseindruck wahrgenommen oder gar völlig überhört werden kann. Bei Schwerhörigkeit und Hyperakusis zeigen wir zudem Wege auf, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und emotionale Entlastung bewirken. Vor dem Einstieg ins Tinnitus-Retraining steht eine ausführliche Erstberatung.

Die Klienten kommen nach Diagnostik und Versorgung durch ihren HNO-Art zu uns. 

 

Initialphase

  • Psychoedukation, gezielte Wissensvermittlung 
  • Anamnese
  • Bedürfnis-, Ziel-Analyse
  • Lebenswelt-, Resilienzanalyse

Prozessuale Bewältigung / AktionsPHASE

  • Emotionale Stabilisierung 
  • Kognitive Verarbeitung / Steigerung der Selbstwirksamkeit – SBGK-Model (Situation / Bewertung / Gefühle / körperliche Reaktionen)
  • Training der Hörwahrnehmung / Wahrnehmungslenkung 
  • Rebalancing-Massagen / Shiatsu-Sitzungen zur mentalen, körperlichen Entspannung und positiven Körperwahrnehmung 
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR), Meditation, Achtsamkeitsübungen  
  • Hilfe bei Schlafproblemen / Gedankenstopp / Imaginationen für den erholsamen Schlaf 
  • Lösungsorientierte Unterstützung bei psychosozialen Konfliktzusammenhängen (Familie, Beruf, Freizeit)
  • Work-Life-Balance / Zeit- und Pausenmanagement
  • Konstruktiver Umgang mit Geräuschempfindlichkeit (Hyerakusis, Recruitment)
  • Konstruktiver Umgang mit Schwerhörigkeit
  • Aufklärung über Notwendigkeit, Einsatz und Wirkweise von Hörgeräten oder Noisern (Ausschließlich in Zusammenarbeit mit dem HNO-Arzt und Hörgeräteakustiker)

Neuorientierung

In dieser Phase ist die seelische Anspannung gelöst und die Ohrgeräusche werden nicht mehr oder nur noch gelegentlich gelassen wahrgenommen. Der Mensch ist wieder mit seinen Ressourcen verbunden. Selbstsicherheit und Zuversicht kehren zurück. Das Leben nimmt eine neue Qualität an. Ein wesentlicher Wirkfaktor im Gruppensetting ist die erlebte Solidaritätserfahrung.

Diagnostisches Instrumentarium

Tinnitus-Fragebogen (Schweregrad), Tinnitus-Anamnese, Biopsychosoziale-Anamnese (Fragebogen und persönliches Interview), ggf. Hyperakusisfragebogen, Hyperakusis-Inventar (MINI-HQ9), Höraudiogramm, Stressskala, Depressionsfragebogen.

Methodik

Entsprechend unserer Ausbildungen arbeiten wir mit Methoden der Gesprächstherapie, Hörtraining, Verhaltenstherapie, Systemischen Psychotherapie, Integrativen Sozialtherapie, Phänomänologie, Shiatsu, Rebalancing-Körpertherapie und Gesundheitspädagogik. Die wertschätzende Beziehung ist Basis und haltgebender Rahmen unserer Tinnitus-Retrainings. 

Wir arbeiten eng mit HNO-Ärzten, Hausärzten, Fachärzten, Hörgeräteakustikern, Neurologen und Psychologen zusammen.

Ausschlusskriterien

Bei psychischen Erkrankungen empfehlen wir an Psychotherapeuten weiter.